eGK2

Die Aufgabenstellung und unser Lösungsvorschlag

    eGK

    eGK2


Gemäß Auftrag des BMG´s , § 291a SGB 5 , ist es die Aufgabe der Gematik, für die elektronische Gesundheitskarte eGK
folgende Funktionen zu entwickeln:

2.1    Das eRezept , die Übermittlung ärztlicher Verordnungen
2.2    Den Berechtigungsnachweis zur Inanspruchnahme von Leistungen im Geltungsbereich der Verordnungen ..... zu kontrollieren

3.1    Medizinische Daten für die Notfallversorgung erheben, verarbeiten, nutzen
3.2    Der eArztbrief für einrichtungsübergreifende, fallbezogene Kooperationen
3.3    AMTS , Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit
3.4    Die ePA , die eigentliche elektronische PatientenAkte
3.5    Das ePF , das elektronische Patientenfach für Daten vom Versicherten selbst zur Verfügung gestellt
3.6    Daten über in Anspruch genommene Leistungen und deren Kosten erheben, verarbeiten


Wir stellen uns die Gesamtlösung wie folgt vor:

Akzeptieren wir einmal die dezentrale Speicherung der Daten des Patienten auf einer USB-Karte oder einer e-Card,
wie sie für das eGK-Projekt vorgesehen ist, jedoch mit einer hinreichend großen Speicherkapazität.
Nennen wir sie e-Card2.
Es ist natürlich von Vorteil, wenn der Patient nur eine Karte hat.
Auf dieser e-Card2 sind dann auch alle Daten gespeichert, so wie der Bürger das eigentlich von der neuen Gesundheitskarte erwartet hatte.

Aus dem Forderungskatalog gemäß § 291a sind a priori folgende Funktionen herauszunehmen,
da sie typische Anwendungen für die PEDV-Systeme sind und es auch bleiben müssen:

1.)   Der eArztbrief:
Diese Aufgabenstellung ist eine reine Angelegenheit der PEDV-Systeme, untereinander Dokumente dieser Art jederzeit gezielt austauschen zu können.
Dafür gibt es z.B. bereits die Telematik-Plattform D2D ( Doctor-to-Doctor ), die von der KVN entwickelt wurde und bereits sehr erfolgreich bundesweit diese Aufgabe erfüllt.
Es wäre ja auch undenkbar, daß der Patient mit seiner Karte Arztbriefe transportieren sollte.
Im übrigen wird der Arztbrief in der Kartei des Patienten im PEDV-System dokumentiert und gelangt ggf. auf diesem Wege bei der Archivierung auf die Karte des Patienten zur Information der nächsten behandelnden Ärzte. Das ersetzt aber keineswegs die direkte Übertragung gezielt D2D an den Kollegen.
Die Funktion eArztbrief ist damit bereits erfüllt und keine Aufgabe mehr für das eGK2-Projekt

2.)   Das eRezept:
Die Erstellung des Rezepts erfolgt auf dem PEDV-System und ist eine Kernfunktion dieses Systems.
Die Rezeptdaten werden in der Kartei dokumentiert und damit dann auch später in die PatientenArchivAkte übertragen.
Damit diese Rezeptdaten auch zum Apotheker gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten, die beide realisiert werden sollten:
    1.)   Die Daten auf der e-Card2 als Datenträger speichern und beim Apotheker auslesen lassen.
    2.)   In konventioneller Art das Rezept wie bisher ausdrucken, z.B. für den Fall, daß die Karte in dem Moment gar nicht verfügbar ist.

Vom eRezept als Aufgabe und Funktion verbleibt für das eGK2-Projekt also nur die Aufgabe, die Daten auf der Karte vorübergehend zu speichern,
bis sie beim Apotheker ausgelesen sind und wieder gelöscht werden können.
Später kann das eigentliche eRezept voraussichtlich als XML-Dokument über die Telematik-Infrastruktur an den Apotheker gesendet werden.

3.)   Die AMTS -Aufgabe:
Auch das kann nur eine reine Angelegenheit der PEDV-Systeme und keine Aufgabe für das eGK2-Projekt sein.
Wenn der Arzt ein Rezept erstellt, erfolgt das immer unter Hinzuziehung aller verfügbaren Informationen,
was der Patient bereits an Medikamenten nimmt.
Kein PEDV-System kann auf eine Datenbank aller Medikamente verzichten mit jeweils allen Wechselwirkungen
zu anderen Medikamenten sowie allen Gegenanzeigen zu bestimmten Umständen des Patienten und allen Nebenwirkungen.
So geben solche Datenbanken schon bei der Rezepterstellung Warnhinweise bei bestimmten Medikamenten und -kombinationen.

Wir können weder die PEDV-Hersteller davon entbinden, ausreichend leistungsfähige medizinische Datenbanken
mit den genannten Funktionen zu liefern, noch den Arzt, bei der Rezepterstellung diese Funktionen auch sorgfältig zu nutzen
und zu beachten.
Im eGK2-Projekt gibt es grundsätzlich keine Programme auf der Karte, die weder interagieren mit Arbeiten auf dem PEDV-System
noch diese Arbeiten kontrollieren.
Auf der Karte werden nur die Daten archiviert.

Die AMTS - Aufgabe ist also auch eine Kernfunktion der PEDV-Systeme und keine Aufgabe für das eGK2-Projekt.

Es verbleiben somit für das eGK2-Projekt nur noch die folgenden 5 Aufgaben, Funktionen bzw. Datenbereiche:

       - Daten zur Person, Versicherungsdaten etc.
       - Notfalldaten
       - elektronische Patientenakte ePA, dh. die PatientenArchivAkte
       - Patientenfach ePF für persönliche Daten
       - Rezeptdaten für den Apotheker

Die Patientenakte ePA ist davon die wichtigste und bedeutendste Aufgabe. Die übrigen 4 sind vergleichsweise nichtig dagegen.
Wir haben uns daher zunächst einmal nur dieser Hauptaufgabe ePA gewidmet
und dafür die sog. PatientenArchivAkte mit dem PDT-Verfahren entwickelt.

Zum Abschluß noch ein Vorschlag zum Sicherungskonzept.
Die Frage ist, was geschieht bei Verlust oder Defekt der Karte?

Die Karten werden von den Kassen mit den Grunddaten erstellt und ausgegeben.
Bei diesen örtlichen Niederlassungen müssen regelmäßig Backups von den Karten erstellt und auch dort deponiert werden z.B. halbjährlich.
Bei Verlust der Karte holt sich der Patient dort eine Kopie vom Backup, oder läßt sich diese schicken.
Wurde dieses Backup z.B. vor 2 Monaten gemacht, fehlen natürlich die Daten dieser letzten 2 Monate auf dem Backup und auf der neuen Kopie.
Das macht aber nichts!
Beim nächsten Praxisbesuch werden diese fehlenden Daten einfach zusätzlich mitarchiviert, denn sie sind ja dort noch vorhanden.

Das ist u.E. ein einfaches und praktikables Sicherungskonzept, - so praktikabel und praxisgerecht wie das gesamte eGK2-Projekt.

Im übrigen wird bei Realisierung dieses Projekts auch bald eine Art Serviceleistung zu erbringen sein,
z.B. die Daten etwas besser ordnen, alte Daten entfernen ( z.B. alte Labordaten ), gewisse Daten auswerten
und daraus Hinweise für die nächsten Ärzte geben etc. etc.
Alles das könnte dann auch anläßlich des Backups in den Kassenfilialen erfolgen.